Modern-pentathlon

Der tägliche Wahnsinn des modernen Fünfkampfes

written by xShad on December 29, 2007
Bis zum August hatte ich zwar gehört das es den modernen Fünfkampf gibt, konnte mir aber nicht wirklich etwas darunter vorstellen. Ich wußte nur das Reiten eine der Disziplinen daraus ist. Mit vollen Elan ging es dann zur DKB WM nach Berlin und dort angekommen, hieß es erstmal Regeln studieren, denn da wir Zeit / Fehler messen mußten, sollten wir schon wissen was wir da tun .

Etwas chaotisch organisiert, funktionierte aber der kurze Dienstweg, so das wir alles schnell aufgebaut und in Betrieb nehmen konnten. Naja fast alles ...

Außer der Reihe mussten wir auch eine LED Tafel im Schwimmstadion aufbauen. Das ist insofern kein Problem, wenn man weiß wo man Strom findet. Einzigste Aussage: "Im Keller des Gebäudes dahinter"! Wir hatten Glück das er noch offen war, denn der Komplex aus den olympischen Zeiten von 36 wurde gerade renoviert. Es gestaltete sich allerdings schwierig den Kellereingang zu finden. Eine richtige Herausforderung war dann aber noch in unübersichtlichen verstaubten bunkerähnlichen Gängen, über wackelige Gitterroste und bei nahezu 40 Grad durch die Heizung des Schwimmbades eine passende Steckdose zu finden. Gut das es heute Handy's gibt, denn in den meisten Räumen gab es weder Licht noch Schalter, so das der Schein des Displays die einzigste Orientierung war. Als wir endlich nach 45 Minuten das gefunden hatten, wonach wir suchten und das Kabel legen wollte, standen wir vor einem neuen Problem ... der Wachdienst hatte inzwischen das Gebäude verschlossen. Durch die Renovierung war an keinem der Fenster im Erdgeschoss ein Griff zu finden. Aber da die Anzeigentafel am Gebäude angelehnt war, konnten wir über die erste Etage, einen Balkon und die Traverse der LED Tafel doch wieder ins Freie gelangen . Das Kabel war dann noch 10 cm zu kurz, aber die Bausubstanz war so marode, das wir durch das entfernen von 2 bis 3 lockeren Steinen die notwendigen cm noch gewinnen konnten.

Ein moderner Fünfkampf ist doch etwas wirklich entspannendes. Nur eine Prüfung pro Tag und durch das Auslosen der Pferde zu den Teilnehmern war der Spaßfaktor garantiert. Mit Pferden wie Zuckerpuppe, auf dem schon Stefan Raab den Parcour bei seiner Show nicht überwinden konnte, ging es einigen Teilnehmern nicht anders. Keiner der nach den ersten 3 Disziplinen vorne lag, konnte sich seiner sicher sein. Bei maximal 1200 Punkten die man bekommen konnte, gingen einige mit Null Punkten aus dem Reiten zum abschließenden Laufen. Am härtesten traf es die Staffel der Russinen, klar in Führung liegen fielen sie auf den vorletzten Platz zurück, was zu einigen Diskussionen führte ... lag wohl auch an den manchmal nicht eindeutigen Entscheidungen und dem etwas schwammigen Regelwerk. Aber lustig war es ...

Zu unserem Erstaunen gab es so Regeln wie, nach dreimaligem Verweigern, kann das Hindernis ausgelassen werden und es dabei ist egal ob es ein Steilsprung oder eine 3fache Kombination ist. Für alles möglich gab es Strafpunkte und wenn es mal etwas mehr davon gab, hatten selbst die Richter das Problem die richtige Punktzahl zu errechnen. Meistens wurde dann immer versucht den Ritt, mit wilden ungarisch, englisch gemischten Diskussion über die Strafpunkte, gedanklich nochmal nachzuvollziehen.

Aber Dank der braven Pferde schafften es fast alle über den Parcous, obwohl bei einigen wohl nur das Durchkommen zählte und bei manchem man nur im Ansatz einen Reitstil erkennen konnte

Allerdings haben es auch einige nicht mal bis dahin geschafft, so gab es die ukrainische Mannschaft der Herren, die nach der ersten Disziplin dem Schießen Platz 2 belegte. Sie wurde aber wegen einem positiven Alkoholtest nach dem Schießen disqualifiziert. Bleibt die Frage offen, war der Alkohol nun förderlich Platz 2 zu erreichen oder hat er Platz 1 vermasselt ...

Na denn, auf in die Vorbereitungen zum nächsten Turnier ... das Fernsehen hat angefragt, ob sie nicht eine animierte 3D Parcourskizze bekommen können ... da wartet noch etwas Arbeit auf mich ...

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